Eine Minga für die 6050



Heute war ein besonderer Tag!
Auf Quitos Hausberg fand die „Minga“ für das „Projekt 6050“ statt.
Der Begriff Minga kommt aus der Kichwasprache ( = ein freiwilliger Arbeitseinsatz) zu einem gemeinsamen Zweck.

In Indianerdörfern werden z.B. durch Mingas die Wege instand gehalten oder Wasserleitungen gelegt.

Unter strahlend blauem Himmel trafen sich morgens 37 Leute aus verschiedenen Nationen.
Als wir eingangs für das Projekt beteten, standen ecuadorianischen
Radiosprecher neben amerikanischen Ingenieuren, Cofán-Indianern und freiwilligen Mitarbeitern aus der Kichwagemeinde.
Mit Spitzhacken und Spaten ausgerüstet fuhren wir aus der Stadt auf den Pichinchaberg bis auf ca 3800m.
Mitten im Párramogras wurden 20 Löcher für Antennenmasten und Halterungspfosten gegraben.

Natürlich sind auch Frauen mit bei der Arbeit.
Die Kichwafrau links im Bild ist alleinerziehend und Mutter von drei Schulkindern. Sie ließ ihren Sohn krank zuhause, denn „ich hatte Gott versprochen, bei diesem Projekt mitzuhelfen.“
Die Frauen der Kichwagemeinde hatten auch das Essen gekocht: Fleisch mit Kartoffeln und Saubohnen, gekochter und gerösteter Mais (mote y tostado) mit scharfer Ají-soße.

Am Nachmittag konnten bereits die Basisteile der Antennenmasten einzementiert werden. Alle sind glücklich, dass das „Projekt 6050" durchgeführt werden kann.

Worum geht es?



Im VDM-Report, der in diesen Tagen bei vielen ins Haus flattert, berichte ich von der anstehenden Schließung der Kurzwelle bei Radio HCJB.

Unser 45ha Antennenfeld liegt in der geplanten Einflugschneise des neuen Flughafens. Die Radiosendungen werden weiter nur noch über Mittelwelle, auf UKW und in neuen Medien zu hören sein.

Doch Luís Santillán, der Leiter der Kichwa Programme, hat ein Herz für die vielen Menschen in abgeschiedenen Gebieten Ecuadors, in Südkolumbien und Nordperú. Dort kann man die Gute Nachricht von Gott nur über Kurzwelle, und zwar über die Frequenz 6050 empfangen.
Weiter verteilte man in abgelegenen Indianerdörfern Tausende Mini-Radioempfängern, die von Sonnenenergie betrieben auf die 6050-Frequenz eingestellt sind.

Gäbe es doch eine Möglichkeit, diese Kurzwellenfrequenz beizubehalten!

Luís klopfte an verschiedene Türen, und gemeinsam klopften wir bei Gott wegen dem „Projekt 6050“ an. Als wir wieder einmal über diese Sache beteten, „erbebte die Stätte“.

Anabella, die Leiterin der Radioarbeit, glaubte schon, ein „zweites Pfingsten“ zu erleben! Doch leider waren es nur die Bagger und Planierraupen auf dem Nachbargrundstück, die bei uns die Fenster klirren ließen.

Eine Woche später saßen wir wieder in der Sache „Projekt 6050“ zusammen. Hat Gott nicht versprochen, uns alles zufallen zu lassen, wenn wir nach Seinem Reich und Seiner Gerechtigkeit trachten?
Und plötzlich fielen die verschiedenen Puzzleteile zusammen, die Gott von langer Hand vorbereitet hatte. Die Türen öffnen sich, die Sendeanlagen für die Frequenz 6050 können auf Quitos Hausberg verlegt werden!

Mit der Minga heute ist dieses Projekt ein Stück weit Wirklichkeit geworden.

Gott sei Dank!!!

Esther Neufeld


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