Um einem Tisch versammeln sich Menschen aus Ecuador, Chile, Kolumbien, Venezuela und den USA. Sie treffen sich nicht zu einer Konferenz. Es sind Freunde, die nach Quito gekommen sind.
Und sie essen nicht gemeinsam, sie lachen gemeinsam, erzählen sich Geschichten - das gemeinsame Essen wird der getaner Arbeit folgen.
Stattdessen haben sie sich alle um einen Operationstisch versammelt, so wie es das chirurgische Spezialistenteam es bereits letztes Jahr tat.
"Sie tun es aus Freundschaft und weil es interessant für sie ist", sagt Dr. Eckehart Wolff von HCJB Global Hands.
Im Operationssaal des HCJB-Krankenhauses "Vozandes" in Quito beantwortet er kurz die Frage des Reporters, bevor er loshastet um bei einer weiteren Operation zu assistieren.
"Sie sind alle Spezialisten auf ihrem Gebiet", erzählt er, "und lehren in ihren Ländern an Universitäten."
Es werden verschiedene Operationstechniken diskutiert und jedes Teammitglied bringt etwas mit an den Operationstisch.
"Wir haben viel gelernt, besonders von den Kolumbianern", sagt Dr. Wolff, der seit 1989 mit seiner Frau seinen Dienst in Ecuador im Urwaldkrankenhaus "Vozandes del orientes" verrichtet.
Schon Monate vor dem Eintreffen des internationalen Operationsteams, geleitet vom 71 jährigen Chirurgen Dr. Jim Gage, bereitet Dr. Wolff diesen Einsatz in großen Teilen vor.
Er studiert die Fälle von einigen dutzend ecuadorianischen und peruanischen Kindern, deren Mobilität durch zerebrale Paralyse oder andere Verletzungen stark eingeschränkt ist.
In einigen Monaten, wenn das Team in seine Länder zurückgekehrt ist, wird Dr. Wolff in der Zeit der Nachsorgebehandlungen die Wunder sehen können, nämlich, dass sich die Kinder wieder bewegen können.
Beim letzten Einsatz im Januar hatten die Teammitglieder 34 Kinder operiert.
Der gemeinsame Einsatz reicht inzwischen fast 20 Jahre zurück als Dr. Gage als medizinischer Direktor am Gillette Children's SpecialityHealthcare Krankenhaus arbeitete, einer unabhängigen, gemeinnützigen Einrichtung in St. Paul, Minnesota, die sich auf die medizinische Behandlungen von Kindern und Forschung spezialisiert hat.
Auch jetzt im Ruhestand setzt Dr. Gage zusammen mit seiner Frau Mary die Einsätze in Ecuador fort.
Dr. Gages Spezialisierungsgrad schien zuerst ein Widerspruch zu sein zwischen seinem Beruf und dem tiefen Wunsch, Gott im medizinischen Bereich zu dienen, aber er fand einen Weg diese beiden Dinge zu vereinen.
Während eines Ecuadorbesuches brachte er Dr. Wolff mit ins Spiel. Er sollte später vor Ort für die orthopädischen Nachbehandlungen sorgen und Physiotherapie verschreiben.
Ich hatte schon mindestens 500 Patienten, erzählt Wolff lächelnd. Einige von ihnen sind inzwischen aufgewachsen und brauchen keinerlei medizinische Behandlung mehr. Einige Patienten mussten in den vergangenen Jahren aber auch nochmalig im Vozandes Hospital behandelt werden.
Viele der Chirurgen kommen Jahr für Jahr wieder. Vielleicht haben sie nicht denselben Glauben wie Dr. Wolff und Dr. Gage, aber sie alle bringen ihre Zeit und ihre Flugkosten mit ein. Sie alle bezahlen den Flug selbst, berichtet Dr. Wolff. Das hält die Kosten niedrig. Die Operationen kosten so nur wenige tausend Dollar anstatt vieler zehntausende Dollar wie in den USA.
Mit vielen Operationsteams, die gleichzeitig an einem Patienten arbeiten, kann man die Operationszeit niedrig halten, das reduziert die Kosten noch einmal. So arbeiten die Ärzte gleichzeit daran, die unterschiedlichen Auswirkungen eines Syndroms zu behandeln.
Ihre Erfahrungen befreien diese Kinder von spastischen Lähmungen, die von der eingeschränkten Mobilität herrühren.
Als junger Arzt arbeitete Dr. Gage als freiwilliger Helfer im Gillette Children's Speciality Healthcare Krankenhaus. "Ich arbeitete einen Tag pro Woche mit den Kindern im Gillette Krankenhaus", erinnert er sich "und das wurde mein Lieblingstag jede Woche."
Er widmete sein Berufsleben den Kindern, gesünder zu werden, sich wohler zu fühlen und ihnen ein besseres Leben zu geben.