Christenverfolgung in Zentralasien nimmt zu



Gleichzeitig von fünf staatlichen Organisationen initiiert, ist an einem Sonntag Mitte Mai in einer der größten und aktivsten christlichen Kirchen in Taschkent/ Usbekistan eine Razzia durchgeführt worden.

Die Polizei, der Sicherheitsdienst der staatlichen Geheimpolizei, die Steuerbehörde, Gesundheitsbehörde und Feuerwehr stürmten die Kirche plötzlich und ohne Durchsuchungsbefehl während des morgendlichen Sonntagsgottesdienstes. Die Ermittlungen vor Ort dauerten fünf Stunden an. Die anwesenden Gottesdienstbesucher einschließlich vieler Kinder in Sonntagsschulgruppen wurden nicht nur gefilmt, sondern auch die Personalien der etwa 500 Erwachsenen wurden aufgenommen, desgleichen wurden die Namen der anwesenden Kinder gelistet und die Kennzeichen der parkenden Fahrzeuge notiert. Literatur wurde konfisziert und auch das während des Gottesdienst gespendete Geld, sowie sechs Computer wurden von der Polizei beschlagnahmt.

Es war nicht das erste Mal, dass gläubige Christen in Usbekistan diese Art von Bedrohung zu spüren bekamen. Am Weihnachtstag 2009 war in einer anderen christlichen Kirche in Taschkent ebenfalls eine Razzia durchgeführt worden und seitdem ist ähnliches in mehreren Kirchen in ganz Usbekistan geschehen. Obwohl religiöse Freiheit durch die usbekische Verfassung garantiert wird, sind christliche Gemeinden in Usbekistan angewiesen sich von der Regierung registrieren zu lassen. Dabei müssen nicht nur die Personalien des Pastors angegeben werden, sondern auch die Namen sämtlicher Gemeindemitglieder müssen aufgelistet sein. Im ganzen Land werden Christen sorgfältig überwacht und oft werden sie von den Medien denunziert. Besonders die christliche Einflussnahme auf Kinder wird beobachtet und häufig wurden schon Erwachsene, die Kinderstunden halten, oder auch sogar die leiblichen Eltern von Kindern dazu verurteilt Bußgelder zu zahlen oder sogar mit Gefängnisstrafen belegt.

Nach der jüngsten Razzia im Mai sind acht Gemeindemitglieder über Nacht festgehalten worden, so wurde berichtet. Bei der rasch einberufenen Gerichtsverhandlung sind drei Personen, darunter auch der zweite Gemeindepastor, zu 15 Tagen Gefängnis verurteilt worden; fünf weitere müssen Bußgelder von zwischen 5 mal und 80 mal den monatlichen Mindestlohn zahlen.

Diese Razzia hatte die „Tashkent City Church of Christ“ total überrascht, hatte die Gemeinde sich doch immer sorgsam bemüht allen von der Regierung verordneten Vorschriften Folge zu leisten. Die Kirche war seit 1999 registriert und war nie beschuldigt worden in irgendeiner Weise gegen die Gesetze zu verstoßen. Nun fürchtet die Gemeinde, dass es das angestrebte Ziel der durch die Regierung veranlassten Razzia ist, die Gemeinde gänzlich zu schließen.

In Usbekistan, wo der Anteil der Moslems an der Bevölkerung über 77% ausmacht, lebt nur eine kleine christliche Minderheit von weniger als 0.6%. Diese Christen sehen sich nun einer zunehmenden Verfolgung gegenüber. Christliche Missionen, die in Zentralasien darum bemüht sind Menschen das Evangelium zu bringen, sehen die Christen in Usbekistan „als einige der tapfersten Christen“ an, „die trotz wachsenden Drucks und Verfolgung den Menschen in ihrer Umgebung freimütig ihren Herrn Jesus Christus bezeugen“.


 
 
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